Gesellschaft braucht neues Engagement und neue Ideen

Vöcklabruck. Agilen Pensionisten und Menschen, die sich freiwillig engagieren, Möglichkeiten geben und die Chance zu wertvoller Beschäftigung – das möchte LAbg. Anton Hüttmayr als ein Ziel der Politik erreichen. „Wir müssen oft nur umdenken und uns trauen, vorhandene Ressourcen einzusetzen und zu nutzen“, fordert Hüttmayr neue Ideen und Mut zu neuen Wegen. Damit könnten im Bereich der Altenbetreuung ebenso wie auch zum Beispiel an Schulen manche Probleme gemildert oder gar gelöst werden. Statt in das berüchtigte „Pensionsloch“ zu fallen könnten Frauen und Männer in ihrer Pensionszeit Werte vermitteln und Arbeiten für die Gesellschaft übernehmen – freiwillig oder auch gegen geringe finanzielle oder materielle Entschädigung.
Die gute medizinische Versorgung und die hohe Lebensqualität in Oberösterreich bringen es mit sich, dass Pensionisten immer rüstiger und agiler werden. „Genau jene rüstigen Pensionisten sind es, die oft nur darauf warten, auch nach ihrem aktiven Arbeitsleben sinnvolle Aufgaben zu bekommen und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können“, weiß Hüttmayr aus vielen Gesprächen. Seit Monaten schon legt er als Bezirksparteiobmann in der Arbeit der ÖVP im Bezirk Vöcklabruck mit Bürgermeistern, Funktionären und Mitarbeitern einen großen Schwerpunkt auf den Bereich „Älter werden“. Es fehlen neue Formen der Betreuung, aber ebenso neue Ideen der Einbindung aller Generationen, meint Hüttmayr. Seniorenheime im herkömmlichen Sinn seien heute überholt und nicht mehr gewünscht. „In den allermeisten Fällen wollen die Menschen dort, wo sie gelebt haben, alt werden und unter Familie, Bekannten und Freunden ihren Lebensabend verbringen.“
Der mobilen Betreuung komme ein immer wichtigerer Stellenwert zu. Und hier möchte Hüttmayr einen Hebel ansetzen: „Es gibt viele Modelle, wie Menschen verschiedener Generationen einander helfen können und sich gegenseitig ihr Leben bereichern“, meint Hüttmayr nach dem Besuch zahlreicher Einrichtungen auch in anderen Bundesländern. Es könnten Zeitdatenbanken ebenso gestartet werden wie Vereine, die ihre Arbeitsleistung und ihre Angebote untereinander tauschen. „Wichtig ist dabei aber auch die Vernetzung der bestehenden Angebote und Dienstleister wie Rotes Kreuz, Hilfswerk, Gemeinden, etc.“, betont der Bezirksparteiobmann, der als Bürgermeister von Puchkirchen selbst an derartigen Lösungen für seine Gemeinde arbeitet. „Für manche wird es egal sein, ob in einer Gemeinde Blumen blühen oder nicht – für viele ist es aber Ausdruck ihres Heimatgefühls, die eigene Gemeinde schön zu gestalten. Und hier und in vielen anderen Bereichen können wir aktiv werden und auf die wertvolle Arbeit freiwilliger Mitarbeiter setzen.“
Eine Idee ist auch die Einbindung rüstiger Pensionisten in Aufgaben für Kinder und Jugendliche. So denkt Hüttmayr zum Beispiel an den Einsatz von Schülerlotsen oder auch die Mittags- und Nachmittagsbetreuung in Schulen. „Unsere Lehrer werden immer mehr mit zusätzlichen Arbeiten und Aufgaben betreut. Darunter leidet oft zwangsweise das Unterrichtsangebot. Warum können wir nicht weiter denken und Aufsichtsarbeit an jene delegieren, die eine sinnvolle Beschäftigung in der Pension suchen und gerne mit jungen Menschen zusammen sind?“, stellt Hüttmayr eine von vielen Fragen in den Raum.
Selbst gemeinnützige Arbeiten für Gemeinden oder die gesamte Region könnten in Zukunft durch neue Modelle der Generationen-Zusammenarbeit gesichert werden. „Es muss dabei nicht alles kostenlos geschehen, es wird Formen der Abgeltung geben. Aber gerade im Jahr der Freiwilligkeit muss es erlaubt sein, gerade über neue Formen der freiwilligen Arbeit nachzudenken und sie zu planen“, sagt LAbg. Anton Hüttmayr. Das werde auch eine der wichtigen Aufgaben für die Politik der Zukunft sein. „Und es hat auch etwas mit Werten zu tun, die wir sehr oft schon vergessen haben, die aber gerade in der ÖVP wieder einen neuen Stellenwert bekommen sollen.“
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